Immer mal wieder beschäftige ich mich mit der Frage: Warum eigentlich nicht Honorarberatung? Es spricht vieles dafür, aber auch einiges dagegen.
Zunächst haben Honorarberater den Luxus, sich ihre Beratung bereits vergüten zu lassen. Das bedeutet, sie verdienen Geld bei der Beratung und nicht beim Abschluss, und sie können selbst entscheiden, wie viel das ist. Außerdem können sie die magische Wirkung der Nettopolicen nutzen – Fondspolicen, die keine Beratungskosten enthalten.
Ein weiterer Vorteil: Es besteht kein Interessenskonflikt. Eine Courtage oder Provision hängt von der Höhe der Versicherungsbeiträge ab – je mehr der Kunde zahlt, desto mehr verdient der Berater oder die Beraterin.
Aber warum bin ich also Maklerin und nicht Honorarberaterin?
Folgende Gedanken sind mir dazu in den Sinn gekommen:
- Beratungshemmschwelle: Ich berate viele Menschen in den ersten Jahren nahezu pro bono. Gerade Studies & frischgebackene Selbstständige können am Anfang oft nicht viel sparen oder zurücklegen – da ist die Beratung separat zu bezahlen oft auch schon kaum möglich.
- Zeit gegen Geld: Ehrlicherweise liegt mir das nicht. Meine Tipps sind immer erstmal kostenlos und die KundeInnen entscheiden sich, ob sie den langen Weg mit mir gehen wollen oder nicht. Wenn nicht, müssen sie auch nichts zahlen. Ich bin der Typ, der seine Zeit nicht gut bepreisen könnte und bin froh, dass ich das nicht muss.
- Kostenhöhe: Sämtliche Honorarberatungskonzepte, die ich auf dem Tisch hatte, waren teurer als die für mich eingeplanten Kosten in meinen Empfehlungen. Nur weil in den Nettopolicen keine Beratungskosten eingepreist sind, heißt das nicht, dass keine Kosten anfallen. Auch wenn die Bezeichnung „billiger“ sehr abwertent klingt, so ist das ja doch das Ziel bei der Beratung „Kosten sparen“. Bei genauer Vertragsbetrachtung incl. des Honorars, der Konzepte, die ich bisher gesehen habe, sind meine KundInnen bei meinen Verträgen bisher günstiger weggekommen.
- Geld nur bei Leistung: Wenn meine KundInnen sich nach x Jahren entscheiden, dass sie unzufrieden sind, muss ich meine Courtage anteilig zurückzahlen. Das motiviert mich, immer am Ball zu bleiben, da ich weder möchte, dass sie Geld verlieren noch das ich etwas zurückzahlen muss. Honorarberater haben ihr Geld nach der Beratung verdient und dürfen es auch behalten.
Unterm Strich ist das hier nur meine Perspektive. Ich habe mich entschieden, meine Werte so zu leben, wie ich es tue, und das macht in erster Linie meine Beratung aus. Ob nun Honorarberatung, Maklerberatung oder Beratung durch einen Einzelvertreter besser ist, hängt letztlich auch immer mit von der menschlichen Komponente ab.
Denn alle Konzepte und die langfristige Betreuung stehen und fallen mit der Person, die mit ihrem Namen dafür steht.