Ich habe meine noch recht neue Mitarbeiterin diesen Samstag zu einem kurzen Impuls von dem Finanzmathematiker Prof. Dr. Jochen Russ geschleppt, der es geschafft hat, Demografie und Humor auf eine spannende Weise miteinander zu verbinden. Schon zur Mitte des Vortrags flüsterte sie leise von rechts: „Wir müssen das nächste Woche ganz dringend für mich anfangen“.
Ziel war natürlich in erster Linie die Weiterbildung, aber das „ganz dringend“ trifft den Nagel dennoch voll auf den Kopf. Es ist leider tatsächlich kurz vor 12, und damit meine ich eher kurz vor 2030. Denn „2030 wird es heftig“ zitiert die Tagesschau den Präsidenten des Bundessozialgerichts sehr kurz und passend. Das wird ein entscheidendes Jahr, das aktuell noch viel zu sehr von den Menschen und leider auch der Politik weggeschoben wird. Denn da gehen unsere Babyboomer (von mir liebevoll „meine Elterngeneration“ genannt) in Rente.
Die meisten haben schon mal irgendwas von diesem „demografischen Wandel“ und der Alterspyramide gehört. Welche Auswirkungen das allerdings haben wird, wird sehr gern nach hinten verdrängt und zur Aufgabe von „Zukunfts-Ich“. Doch leider ist das kein Problem, das weit weg passiert und uns nicht betrifft, sondern es wird uns treffen, und das leider schon sehr bald und sehr konkret.
Die gesetzliche Rente entwickelt sich zu einer Grundsicherung und nicht zu Geld, das man nutzen kann, um das Alter entspannt zu genießen. Konkrete Pläne, wie man das Ganze abwenden kann, gibt es leider keine, nur viele Ideen und die sind auch eher wie Pflaster für eine viel zu tiefe Wunde.
So verrückt das klingt, sich selbst zu kümmern, ist aktuell das Einzige, worüber man selbst die Kontrolle haben kann. Und das Gefühl von Kontrolle ist meist das einzige, was die Angst und die Sorgen, die wir oft weit weg schieben, lindern kann.
Also egal, ob mit mir, mit gruseligen ETFs, mit Immobilien oder einem schlauen YouTube-Video. Bitte fangt an, euch damit zu beschäftigen! Besser gestern als heute.
Egal an welchem Punkt ihr gerade seid, bitte lasst das Thema nicht zu sehr schleifen und kümmert euch aktiv um die Zukunft, die ihr erleben wollt.
Bildquelle von Fokus Online